
Heute ist Sonntag, 22.03.2009; in zwei Wochen beginnt die "Semana Santa". Dann wollen wir im südlichen Spanien sein.
In den letzten Tagen war es hier in Mucsi durchweg kalt, einmal Schneetreiben dann wieder Regen, zwischendurch scheint die Sonne für 15 Minuten. Eben nicht das geeignete Wetter, um unser Wohnmobil auf eine Reise von drei Monaten vorzubereiten. Aber um 09.30 Uhr ist es soweit, wir verschließen das Hoftor und fahren los. Für alle, die sich über unseren Reiseweg wundern, wir starten im Komitat Tolna im südlichen Ungarn, da wir hier seit fast fünf Jahren wohnen. Die erste Etappe führt uns rund 450 km nach Westen, wir erreichen am Abend die Grotten von Postojna in Slowenien. Hier werden wir übernachten, denn es gibt ausgewiesene Stellplätze mit Ver- und Entsorgung sowie Strom. Als wir ankommen, sind die Stellplätze zwar kostenlos, aber alles andere gibt es wegen Renovierung zur Zeit auch nicht.
Über Nacht hatte es draußen wieder gefroren und wir wollen gleich weiterfahren. Aber der Anlasser sagt nur einmal "klack" und das war es dann. Nach längerem Suchen kann das Problem behoben werden: Unser Wohnmobil war in der Werkstatt gewesen und ein Monteur hatte wohl vergessen, das Massekabel der Batterie wieder festzuziehen. Unsere Reise führt uns heute über die italienischen Autobahnen via Triest bis nach Loana. Einen Stellplatz für die Nacht zu finden gestaltet sich schwierig, letztlich bleiben wir auf einem Parkplatz beim Bad stehen und kümmern uns nicht um das Verbotsschild.
Am Dienstag, 24.03.2009, starten wir zeitig und erledigen die notwendigen Einkäufe: einige Kleinigkeiten bei Lidl in Imperia und eine gefüllte italienische Gasflasche, die allerdings 23 € (ohne Pfand) kostet! Dann kommt die Etappe entlang der Cote d'Azur. Autobahn oder nicht Autobahn. Unser Wohnmobil ist 3,30 m hoch, das bedeutet Mautgebühren der Klasse 3 (LKW) und die Technik der Bezahlautomaten ist da unerbittlich. Also benutzen wir nur am Anfang die Autobahn und wechseln dann bei Le Muy auf die D7n, die auch sehr gut ausgebaut und zügig zu befahren ist. Zu schaffen macht uns nur der starke Seitenwind mit den zahlreichen Sturmböen.
Am Abend erreichen wir dann einen bewachten Stellplatz in der Nähe von Aigues Mortes mit Strom, Wasser und Entsorgung. Die Übernachtung kostet 8 Euro, Wasser und Entwässerung nochmals 2 Euro extra.
Nach einer sehr ruhigen Nacht fahren wir weiter bis ans Meer. Aber alles ist zugebaut mit riesengroßen Hotels und Appartementhäusern. Da verschlägt es uns an die Kathedrale von Maguelonge, denn es gibt einen sehr schönen Parkplatz, um die Kathedrale zu besichtigen. Es kostet weder Parkgebühren noch Eintritt und nach dem verspäteten Frühstück gibt es Kultur pur. Die Ursprünge der Kathedrale sollen bereits im 5. Jahrhundert liegen, soweit wir die Texte lesen können. Nun, künftige Recherchen werden genaueres ergeben. Jedenfalls ist die Besichtigung sehr interessant.
Am Nachmittag geht es dann nach Spanien. Für Spanien haben wir einen Stellplatzführer von einem polnischen Verlag auf dem Navi. Der erste angezeigte Platz liegt in einem verwunschenen Dorf kurz nach der Grenze und reicht vielleicht für einen VW-Transporter. Also geht es weiter. Der nächste angezeigte Platz ist nur durch einen Torbogen in der alten Stadtmauer zu erreichen, das Fahrzeug sollte aber nicht mehr als Trabbi-Ausmaße haben. Aber 500 m weiter beim Sportzentrum können auch wir mit unseren stolzen 3,30 m Höhe einparken. Bis am nächsten Morgen um 8.00 Uhr der Wanderzirkus mit seinen Brummis genau diesen Platz für das Zirkuszelt okkupiert.
Heute ist Donnerstag, 26.03.2009, wir fahren bis San Carlos de Rapita. Dort soll es schöne Campingplätze geben. Leider sind diese entweder noch geschlossen, oder sie sind aufgegeben. Wir tuckern die Küste entlang im schnelleren Schritttempo bis Vinaros. Fast alles ist zugebaut mit großen oder kleinen Häuschen. Für den Hafen von Vinaros ist wieder ein Stellplatz von unserem polnischen Verlag angezeigt. Und richtig, hier stehen bereits rund 40 Womos mehr oder weniger geordnet entlang dem Hafenbecken. Entsorgung ist zwar Fehlanzeige, aber am nächsten Morgen finden wir hinter der Fischereigenossenschaft eine Toilette. Diese wird aber wohl nur selten benutzt, wie man hinter der großen Hafenmauer unschwer feststellen konnte.
Nachdem alle über die angeblich schwierige Gasversorgung in Spanien schreiben, will ich hierzu auch einige Worte verlieren. Wir haben bei Repsol einen Leihvertrag für eine 6 kg Kunststoffflasche unterschrieben. Die Pfandgebühr kostete 20,88 Euro, die erste Füllung 11,75 Euro, die weiteren gab es dann übrigens für 8,40 Euro. Die Pfandgebühr soll bei Rückgabe wieder erstattet werden. Danach haben wir in einer Eisenwarenhandlung ( ferretaria ) einen Regulator für den Preis von 6,15 Euro gekauft. Dieses Teil wird von oben auf die Flasche geklemmt und übernimmt die Funktion des Abstellhahns und des Druckminderers auf 30 mbar. Einziger Nachteil: am Regulator wird der Schlauch mit einer Schlauchklemme befestigt. Man sollte also einen passenden Schlauch bereits dabei haben, den man auf der einen Seite mit Schlauchklemme und auf der anderen Seite mit dem passenden Gewinde ( aufpassen Rechtsgewinde oder Linksgewinde ! ) mit der Bordanlage verschraubt. Damit den deutschen Zulassungsvorschriften genüge getan ist hier noch der wichtige Hinweis: Der Einbau bzw. Umbau in dieser Form stellt einen Eingriff in die geprüfte Gasanlage dar. Damit erlischt die Betriebserlaubnis / Zulassung und es ist eine neue Gasprüfung durchzuführen. Gleiches gilt übrigens, wenn man die ganze Geschichte wieder rückgängig macht. Aber vielleicht finden wir ja auch noch einen Anschluss, der vor dem deutschen Druckminderer eingebaut wird. Dann gibt es diese rechtlichen Probleme nicht.
Am Freitag sind dann nur noch rund 80 km zu fahren. Wir haben einen Campingplatz ( Kivu ) gefunden neben Torre la Sal, auf dem wir für 15 Euro/Nacht ein paar Nächte bleiben werden.
Sonntag trübt sich das Wetter dann ein, es wird zunehmend kühler. Das Meer hat richtige Wellen. Wir machen am Nachmittag eine Radtour zu den verschiedenen historischen Türmen Torre la Sal, Torre del Carmen, Torre des Gats und Torre Carmelets.
Am Abend beginnt der Regen und auch den ganzen Montag regnet es durchgehend. Dienstag, 31.03.09 setzen wir unsere Reise nach Süden fort. Die nächste Übernachtung ist in Platja des Tavernes auf einem Parkplatz am Nordende der Urlaubssiedlung, wenige Wasserzapfstellen sind vorhanden. Es gibt auch hier kilometerlang Hochhäuser mit Hunderten wenn nicht Tausenden von Ferienappartements. Ein Supermercado neben der Polizeistation hat geöffnet, so dass man das Notwendigste kaufen kann.
Am Mittwoch, 01.04.09, geht es weiter über Nationalstraße und Autobahn bis zum Naturschutzgebiet Calblanque. Doch vorher wird die Mittagsrast an der Raststätte bei Tibi zum Schrecken. Ein Trickdieb entwendet Renates Handtasche vom Beifahrersitz.
Wir bleiben bis Montag, 06.04.09 in Calblanque. Das Wetter ist schön, die Sonne scheint. Nur Samstag fahren wir nach La Manga, um Lebensmittel und Gas zu kaufen, sowie Wasser nachzufüllen.
Dann geht die Reise nach Lorca, denn wir wollen ja zur "Semana Santa". Bei Lorca gibt es laut Internetrecherche einen Campingplatz "Torrecilla", dieser wird angesteuert. Wir bekommen für 16 € die Nacht den letzten (!) Stellplatz. Das Schwimmbad ist geschlossen, die Stadt rund 10 km entfernt, dafür die Autobahn in unmittelbarer Nähe. Da bleiben wir nicht.
Am Dienstag kommen wir bei einem Zubehörhandel für Camping vorbei. Und wir können einen spanischen Gasflaschenanschluss für Campingfahrzeuge erwerben. Darauf passt dann der deutsche Adapter (den man übrigens auch für ungarische Pebe - Gasflaschen benötigt), und die spanische 6 kg-Flasche ist an den deutschen Regler angeschlossen, ohne Veränderungen an der Gasanlage vorzunehmen, die die Zulassung beeinträchtigen würden. Danach wird in Lorca eingekauft. Wir erstehen auch Tribünenkarten für die beiden Prozessionen am Gründonnerstag und Karfreitag und müssen 41 € pro Person bezahlen.
Dann fahren wir über die Schnellstraße nach Las Aguillas und suchen uns einen Stellplatz für die nächsten drei Tage. Zuerst stehen wir hinter einem stillgelegten Campingplatz bei Calarreone ruhig und friedlich. Ein Spaziergang zeigte uns dann zwei weitere schöne Strände direkt im südlichen Anschluss, die Playa de los Higuerica, Playa de La Caroline und die Playa de Los Cocedores. Bei letzterer gibt es sogar eine kleine Bar. Auch stehen an den anderen Playas etliche weitere Wohnmobile, so ziehen wir nach zwei Nächten um zu den anderen.
Was allerdings wohl den Unmut der Guardia Civil hervorrief, hatten wir doch bisher absolute Ruhe (und auch in den kommenden Wochen), so kam doch am Abend ein "durchgeknallter" Polizist und meinte, die Stühle dürften nicht beim Wohnmobil aufgestellt werden, sondern nur beim 50 m entfernten Strand. Auch müssten die Stützen hinten am Fahrzeug nach dem Kochen wieder eingeklappt werden. Na, denn. Unsere Stützen blieben draußen, denn am nächsten Tag sollte es ohnehin weitergehen.
Donnerstag, 09.04.2009, verlassen wir am Nachmittag den Strand von Calarreono, wohin wir uns nach dem Einkauf in Las Aguilas nochmals zurückgezogen hatten, und es geht nach Lorca zur Semana Santa. Parkplätze gibt es genug, wir fahren aber dennoch auf den amtlichen Parkplatz der Stadtverwaltung. Er kostet immerhin 14,60 € für 24 Stunden; doch er ist bewacht, denn es ist auch der amtliche Sicherstellungsplatz für abgeschleppte Fahrzeuge.
Abends geht es zur Prozession und wir sind natürlich viel zu früh da. Es bläst ein eisiger Wind durch die Hauptstraße und Renate geht noch einmal zurück, um dicken Winteranoraks zu holen. Um 20.45 Uhr beginnt dann das Spektakel an uns vorbeizuziehen und dauert bis 23.30 Uhr. Am Karfreitag schauen wir uns die historischen Gewänder der Prozession an, am Nachmittag gibt es ein Gewitter.
Um 20.30 Uhr beginnt dann der Höhepunkt der Semana Santa in Lorca, die Karfreitagsprozession und dauert über 4 Stunden. Römische Soldaten, jüdische Soldaten, Streitwagen, berittene Truppen, Prunkwagen mit biblischen und anderen Herrschern, die Königin von Saba auf ihrem von Negersklaven gezogenen Thron. Prunkvoll gekleidete Marienstatuen, getragen von den Laienbruderschaften... Es lässt sich nicht beschreiben, man muss es selbst gesehen haben.
Am Samstag gibt es dann noch einen kurzen Einkauf und wir wollen wieder ans Meer. Der als Ziel ausgewählte Campingplatz in Mojacar ist belegt. Wir sehen einen großen Strand, die Cala Macenas, dort stehen einige Wohnmobile. Bei der Chiringuito Macenas sagt uns der Wirt Antonio, dass am Strand nicht über Nacht geparkt werden darf. Aber wir dürfen gerne auf seinem Privatgrundstück einparken, es gibt auch Frischwasser und eine Toilette und das alles kostenlos. Abends füllt sich der Platz immer etwas um dann morgens wieder leerer zu werden. Am Freitag, 17.04.2009 verlassen wir die Cala Macenas und Antonios Gastfreundschaft und fahren über Carboneras bis nach Agua Amarga. Hier parken wir in einem trockenen Flussbett, das wohl auch manchmal als Fußballplatz dient, direkt hinter dem Sandstrand. Samstag wird es richtig schön, die Sonne scheint, wir liegen am Strand.
Es ist Sonntag, 19.04.2009. Die ganze Nacht hat es geregnet. Als Renate aussteigt, steht sie knöcheltief im Matsch. Wir kaufen noch ein frisches Baguette und entschließen uns, den Campingplatz in Las Negras anzusteuern. Denn es ist mal wieder die Benutzung einer Waschmaschine erforderlich. Den ganzen Tag bleibt es kühl. Der Campingplatz hat zwar eine eigene Badebucht und sogar ein geöffnetes Schwimmbecken im Freien, doch bei der Außentemperatur und dem kalten Wind mit gelegentlichem Nieselregen kommen man sogar auf die Idee, den spanischen Rotwein zu Glühwein zu verarbeiten.
Doch am nächsten Tag kommt die Sonne wieder vor und wir ziehen weiter. Bereits in der Bucht nebenan, Rodalquilar Playa "El Playazo" kommt man mit dem Wohnmobil bis an den Strand und wir parken ein. Ein Spaziergang zur Festung und viel Sonne. Wir bleiben über Nacht ... und bis zum Freitag. Sonnenbaden und Schwimmen, FKK oder ohne, vormittags eine kleine Wanderung Richtung Süden über den nächsten Hang zur Bucht Cala del Bergantin. Doch wir bleiben auf der Höhe, denn die Bucht lädt nicht zum Baden ein und ist nur über einen Ziegenpfad erreichbar. Ein Fahrradausflug zum Weiler Rodalquilar, einem alten Minenstädtchen, wo seit Jahren kein Erz mehr gefördert wird, ebenso haben wir vergeblich den Bäcker gesucht. Das letzte war eine Goldmine, was in diesem ehemaligen Vulkankessel ausgebeutet wurde.
Wasser gibt es am öffentlichen Waschplatz in La Isoleta, nur wenige Kilometer entfernt, das zwar auch mit einem schönen Stellplatz lockt, aber nicht halb so schön zum Baden ist.
Freitag, 24.04.09, entschließen wir uns zur Weiterfahrt. Zuerst Wäsche waschen in La Isleta und Wasser nachfüllen. Dann geht es Richtung Almeria, eine Repsol-Tankstelle für die Gasflasche ist das Ziel. Es folgt der Einkauf beim Lebensmittel-Discounter L. in Huercal de Almeria. Anschließend ist wieder der Strand gefragt. Stellplätze ohne Ende gibt es an der Torre Garcia von Retamar bis Cabo de Gata. Hier gab es im Jahr 1502 eine Marienerscheinung und noch heute treffen sich die Roma hier jährlich im Januar zu einer großen Marienverehrung.
Samstag, 25.04.09, leichter Nieselregen weckt uns, das Wetter hat umgeschlagen. Wir machen eine Fahrt die Küste entlang und unversehens erreichen wir das Ende der Strasse am Leuchtturm. Das letzte Stück ist steil, eng, kurvig und für große Fahrzeuge nicht befahrbar. Da aber kein Warnschild davor stand, waren wir plötzlich mittendrin. Also laut gehupt nach dem Motto "wir sind größer als die anderen" (immerhin 6,40 m), denn Wenden war auch nicht mehr möglich. Die Belohnung war ein unvergleichlicher Ausblick, wenn das Wetter besser gewesen wäre. Auf der Rückfahrt gab es dann etwas Gegenverkehr und man musste die Außenspiegel einklappen.
Am Nachmittag wurde der Sturm aus Südwest so stark, dass wir uns entschlossen, nach Rodalquilar zurück zu fahren. Doch auch hier wackelte unser Wohnmobil die ganze Nacht im Sturm. Am nächsten Morgen ist unser Kater verschwunden und bleibt das auch für 48 Stunden.
Montag, 27.04.09, der Kater ist wieder da und wir fahren zum Einkaufen. Erste Station ist Campohermoso. Doch die Markthalle kann nicht viel bieten, da kein "großer" Markttag ist. Die nächste Station ist Nijar. Auch hier sind die Einkaufsmöglichkeiten sehr dürftig, wenn man von den vielen Andenkengeschäften absieht. Der Strand von Los Culleros ist dann unser Ziel.
An der Playa Arco vorbei führt die Teerstrasse bis zur Playa de Embarcadero. Hier gibt es reichlich Platz, das Wohnmobil abzustellen und außer uns ist fast keiner hier. Der Strand ist felsig und steinig, was uns nicht weiter stört. Man kann in der Sonne liegen, Baden und Schwimmen mit und "ohne". Egal woher der Wind bläst, meist findet sich eine windgeschützte Stelle zwischen den Felsen.
Es gibt einen Ausflug nach Almeria zwecks Einkauf und Besuch einer Autowerkstatt, denn der Regler der Lichtmaschine hat den Geist aufgegeben. Jedoch ist am 30. April am Nachmittag alles geschlossen, "weil morgen Feiertag ist". Also zurück zum Strand. Bei einer Wanderung auf dem Höhenweg der Küste entlang finden wir einen alten Steinbruch, in dem Bentonit abgebaut wurde. Zunächst wissen wir nicht, was dies für Stein sein soll. Er ist relativ leicht, von weißer Farbe mit einem leicht grünlichen Einschlag. Doch ein kurzes Studium in einem anderen Reisebericht und in Wikipedia führt dann zum Erfolg. Es wird beispielsweise Katzenstreu daraus hergestellt aber auch viele andere nützliche Dinge.
Montag, 04.05.2009, geht es dann zum Bosch-Dienst in einem Vorort von Almeria. Der Meister schaut, schweigt und schickt uns weg. Er kann den Typ der Lichtmaschine nicht erkennen und unter das Auto wollte er sich wohl nicht begeben. Aber wir bekommen noch einen Hinweis auf eine Fiat-Werkstatt in ein paar Kilometer Entfernung. Dort ist man sehr freundlich und schickt uns 40 km weiter nach El Ejido. Unser Auto war etwas zu groß für die Werkstatt. Dort ist man wiederum ausgesprochen freundlich, es kommt sogar ein Dolmetscher und nach einiger Wartezeit unser Womo um 16.30 Uhr auf die Hebebühne.
Der Regler der Lichtmaschine wird ausgebaut, geprüft und wieder eingebaut. Als ich nach 45 Minuten schauen will, ist bereits das halbe Armaturenbrett demontiert. Wir erfahren, der Regler sei in Ordnung, es muss etwas anderes sein. Der Mechaniker zieht hier, sucht da, misst dort etwas nach und telefoniert ununterbrochen. Sein Chef kommt dazu und hilft im bei diesen Tätigkeiten. Um 18.30 Uhr wird das Womo notdürftig fahrbereit gemacht, wir sollen außerhalb der Werkstatt übernachten und morgen früh wieder da sein. Am Abend gehe ich noch mal meine beiden Handbücher durch.
Dienstagmorgen warten wir vor der Werkstatt bis zur Öffnung. Bereits nach wenigen Minuten habe ich den Fehler gefunden, es ist ein Kabelbruch am Abzweig des Kabel vom Regler der Lichtmaschine zum Steuergerät für den Aufbau. In der Werkstatt ist man mit dieser Fehlerbehebung nicht einverstanden. Es wird erklärt, da müsste ein elektronisches Bauteil defekt sein. Das Ersatzteil sei aber noch nicht eingetroffen und wo das Bauteil im Fahrzeug eingebaut ist, wüsste man auch noch nicht. Der Mechaniker baut dann unsere unmissverständliche Anordnung doch alles wieder zusammen. Wir bekommen noch einen Plan gezeigt, welches elektronische Bauteil das wäre - und stellen später fest, dass es dieses in unserem Womo überhaupt nicht gibt.
Nach den notwendigen Einkäufen geht es gegen Mittag an den Strand. Wir suchen einen richtigen Campingplatz, da es reichlich zu putzen und waschen gibt. Zuerst führt uns unser Navi bei Almerimar und bei La Balerma an Stellen, wo die Campingplätze schon seit längerer Zeit nicht mehr existieren. Kurz vor Adra finden wir dann Hinweisschilder auf den Platz Las Vegas. Er liegt inmitten der Folienhäuser unter denen Gemüse und Obst gedeihen. Doch erst einmal auf dem Platz, sieht man inmitten der vielen Blumen nichts mehr davon. Zum Strand sind es gerade mal 75 m und wir sind fast die einzigen auf dem kleinen Platz.
An den nächsten Tagen, wird Wäsche gewaschen, ausgeruht und Renate geht oft im Meer schwimmen. Die beiden kleinen Hunde der Campingplatzbesitzer laufen mit eingezogenem Schwanz vor unserem Kater davon. Morgens kommt der Bäcker und am Vormittag der Fischhändler und bieten ihre Waren feil. Wir fahren mit dem Rad nach Adra und besuchen den Markt, der in einer Markthalle mitten in der Stadt ist.
Doch nach fast einer Woche Faulenzen packen wir Montag, 11.05.09, unsere Sachen zusammen. Die Kultur ruft und wir fahren nach Granada. Da es so gut wie keine Parkplätze gibt und wir unser Womo während der Besichtigungen ohnehin nicht unbewacht lassen wollen, entscheiden wir uns für den Campingplatz auf dem Suspiro del Moro. Er ist schön schattig, so dass es auch kein Sat-Fernsehen gibt. Von dort aus fahren wir täglich mit der Buslinie nach Granada (einfache Fahrt 1,30 €). Später stellen wir übrigens fest, dass es auch näher bei Granada geeignete Plätze gegeben hätte.
Drei Tage besichtigen wir Albaycin, die Alhambra, die Kathedrale und viele andere mehr oder weniger wichtige kirchliche und profane Bauten, bis unsere Füße die Freundschaft kündigen. Die Karten für die Alhambra haben wir über das Internet vorbestellt, um die lange Warteschlange am Eingang zu umgehen. Man bestellt sich eine Karte für vormittags oder nachmittags zum Preis von 13 € für Erwachsene und bezahlt den mit Kreditkarte. Datum und Uhrzeit kann man sich aussuchen, soweit freie Plätze vorhanden sind. Die Uhrzeit ist nur wichtig für den Eintritt in den Nasridenpalast, alle anderen Gebäude und Gärten kann man in beliebiger Reihenfolge den ganzen Vormittag oder Nachmittag anschauen. Am Besuchstag geht man mit der Kreditkarte zum Haupteingang. Auf der rechten Seite ist ein Raum mit Kartendruckern. Dort schiebt man die Kreditkarte ein, die man im Internet zum Bezahlen benutzt hat, und bekommt seine Eintrittskarten ausgedruckt. Einfach, schnell und problemlos.
Donnerstagabend sind Renates Füße blutig gelaufen. Wir beschließen auf die Sierra Nevada zu fahren. Freitagmorgen, 15.05.09, Einkaufen und Vorräte bunkern, wir fahren ins Gebirge. Oben angekommen, stehen wir in Pradollano vor einer großen Tiefgarage und sehen erst später das Hinweisschild für Wohnmobile. Wir müssen nochmals fahren, es geht weitere 300 Meter aufwärts. Dann erblicken wir einen riesengroßen Parkplatz und zahlreiche andere Camper. Es gibt einen eigenen Stellplatz für Wohnmobile, Frischwasser und Abwasser finden sich in einer Ecke des Platzes. Auch Strom gibt es ringsumher. Und das alles ist heute kostenlos, weil keine Saison mehr ist. Im Winter muss man hier pro Tag 10 € Parkgebühren bezahlen.
Wir legen uns auf 2.400 m Seehöhe in die Sonne und schauen den Skifahrern zu. Man hat nämlich die Betriebszeit einiger Lifte um drei Wochen verlängert, weil noch so viel Schnee liegt.
Am Samstagmorgen fahren wir wieder ins Dorf, frisches Brot einkaufen. Nach längerer Suche findet sich ein Supermercado, der geöffnet hat. Anschließend geht es wieder nach oben auf der geteerten Strasse bis zum Albergue de la Hoya de la Mora. Ab dort geht es zu Fuß weiter bis zur Virgen de las Nieves auf knapp 2.600 m Seehöhe. Übernachtet wird wieder auf dem Camperparkplatz.
Sonntag, 17.05.2009, der Ausflug ins Hochgebirge wird beendet. Wir fahren nach Güéjar Sierra und stellen uns auf den Campingplatz Las Lomas. Das Schwimmbad hat geöffnet und Renate ist begeistert. Der Campingplatz gehört zur Kategorie 1a und ist dennoch preiswert. Renate macht mit dem Fahrrad zwei Ausflüge ins Dorf und ich bleibe auf dem Camping, weil meine Beine immer noch nicht wollen.
Mittwoch, 20.05.2009, geht es weiter; zunächst nach Nigüelas. Dort soll eine alte arabische Ölmühle erhalten sein. Nach einer halsbrecherischen Wanderung entlang eines alten Wasserkanals, der der Versorgung des Dorfes mit Quellwasser dient, finden wir tatsächlich ein entsprechendes Gebäude. Allerdings finden wir den Zugang nicht, wenn es denn überhaupt einen gibt. Am Nachmittag fahren wir wieder ans Meer und suchen einen schönen Strand, wo man bleiben kann. Das ist bei der Steilküste allerdings nicht so ganz einfach. Schließlich bleiben wir auf einem Parkplatz neben der alten Zuckerfabrik in La Caleta del Moro stehen für die Nacht. Gegen Abend kommt ein Mann mit Motorroller vorbei und begrüßt uns. Wie sich herausstellt, kennt er uns noch vom Camping Torrecilla bei Lorca.
Da das Ambiente doch nicht so ansprechend ist, fahren wir am Donnerstag weiter nach Salobrena. In einer Apotheke möchte ich ein Medikament kaufen, was gut bei Ischialgie ist. Aber Fehlanzeige, der Wirkstoff ist in Spanien nicht zugelassen. Wir fahren an den Strand von Salobrena, es ist das übliche Bild. Ferienappartements ohne Ende und keiner da. Am Ostende der Strandpromenade bleiben wir stehen. Das Meer ist etwas aufgewühlt. Für die Nacht fahren wir noch 100 m weiter über eine Brücke und stehen jetzt auf einem Feldweg, dafür ist es ruhig.
Den ganzen Tag funktionierte der Kühlschrank bei Gasbetrieb schon nicht mehr richtig. Da ich bereits vor sechs Wochen alles geputzt und gerußt hatte, entschließen wir uns am Freitag, wieder den Campingplatz Las Vegas bei Adra anzusteuern. Dort gibt es ersten einen Stromanschluss für den Kühlschrank und zweitens Ruhe, um den Brenner nochmals zu reinigen, denn vermutlich ist die Düse verstopft.
Der Brenner wird ausgebaut, die Düse verweigert sich jedoch. Bis sie herausgenommen ist, ist sie leider auch defekt. Am Samstag ist Bastelstunde. Aus dem Alublech einer Bierdose wird eine neue Düse angefertigt! Leider kann der Einbau nicht erfolgen, es scheint zwar die Sonne, aber der Wind bläst unaufhörlich in Sturmstärke. Renate geht gleichwohl ins Meer baden bei Wellen von 2 Metern und hat alle Mühe wieder herauszukommen.
Sonntag ist es wieder ruhiger. Die selbstgebaute Düse wird ausprobiert. Nach dreimaligem Ein- und Ausbau und jeweils geringfügiger Vergrößerung des Lochs scheint ein Kühlschrankbetrieb wieder möglich. Es ist zwar wohl keine volle Leistung da, aber der Kühlschrank kühlt wieder.
Montag, 25.05.09, wir fahren weiter. Die Heimreise hat begonnen. Es geht noch für etliche Kilometer den Strand entlang zum Schauen. In Roqueta del Mar kaufen wir was nötig ist ein und fahren wieder in den Naturpark Cabo di Gata, um noch ein paar Tage bei ruhigem Wetter am Strand von "El Playazo" in der Nähe von Rodalquilar zu bleiben.